Der Brückenaffe ist eine Bronzefigur am Südende der Alten Brücke in Heidelberg, direkt neben dem Brückentor. Er hält dir einen Spiegel vor und erinnert daran, dass niemand über anderen steht. Wer den Spiegel berührt, soll der Überlieferung nach Glück und Wohlstand haben, wer die Finger berührt, kehrt nach Heidelberg zurück.
Der Brückenaffe auf einen Blick
- OrtSüdende der Alten Brücke, Altstadtseite, neben dem Brückentor
- BildhauerGernot Rumpf
- Aufgestellt1979
- MaterialBronze
- VorbildAffenrelief am alten Brückenturm, ab dem frühen 17. Jahrhundert belegt
- Eintrittfrei, rund um die Uhr zugänglich
Warum der Brückenaffe einen Spiegel hält
Der Affe ist eine der bekanntesten Figuren Heidelbergs und ein beliebtes Fotomotiv. Seine Geschichte ist älter als die Bronzefigur: Schon am mittelalterlichen Brückenturm auf der Neuenheimer Seite hing ab dem frühen 17. Jahrhundert ein steinerner Affe. Er war als Spottfigur gedacht und sollte die Menschen auf beiden Seiten der Brücke daran erinnern, dass sie nicht besser sind als andere.
Dazu gehört ein alter Spottvers, den der Reiseschriftsteller Martin Zeiller 1632 in seinem „Itinerarium Germaniae“ festhielt. Er beginnt mit der Frage „Was thustu mich hie angaffen?“ und fährt mit „Hastu nicht gesehen den alten Affen zu Heidelberg?“ fort. Sinngemäß sagt das Gedicht von Martin Zeiller: Wer den Affen anstarrt, soll sich lieber selbst umschauen, denn solche Affen gibt es in Heidelberg noch viele mehr. Der Vers steht heute auf einer Tafel direkt neben dem Affen.
Der alte Turm mit dem Affen wurde 1689 im Pfälzischen Erbfolgekrieg gesprengt, das Original ging verloren. 1977 schrieb der Verein Alt-Heidelberg einen Wettbewerb für einen neuen Affen aus. Ihn gewann der Bildhauer Gernot Rumpf, seine Bronzefigur steht seit 1979 am Südufer.
Ein Kunstwerk mit Charakter
Der Heidelberger Brückenaffe ist kein feierliches Denkmal, sondern ein lustiges Kunstwerk mit Augenzwinkern. Der Affe sitzt aufrecht, den Spiegel in der Hand, und blickt die Touristen frech an. In der Kurpfalz nennen ihn manche liebevoll „Briggeaff“. Wie beliebt das Motiv ist, zeigt auch, dass es den Brückenaffen seit einigen Jahren als Plüschtier gibt. Über die Bedeutung des Spiegels gibt es verschiedene Deutungen: Manche sehen darin eine Mahnung gegen Eitelkeit, andere einfach einen Spaß mit dem Betrachter.
Die Bedeutung von Spiegel, Fingern und Mäusen
Rund um den Affen haben sich kleine Rituale gebildet:
- Spiegel berühren: bringt der Überlieferung nach Wohlstand.
- Finger berühren: sorgt dafür, dass du nach Heidelberg zurückkehrst.
- Mäuse streicheln: Die beiden Mäuse neben dem Affen stehen für Kindersegen.
Die blank polierten Stellen an der dunklen Bronze zeigen, wie viele Besucher das ausprobieren. Der Kopf des Affen ist hohl, du kannst deinen eigenen Kopf hineinstecken. Genau dieses Foto machen die meisten.
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Die Alte Brücke: Karl-Theodor-Brücke in Zahlen
Foto: Hartmut Schmidt, Heidelberg, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Offiziell heißt die Alte Brücke Karl-Theodor-Brücke, benannt nach Kurfürst Karl Theodor, unter dem sie gebaut wurde. Sie verbindet die Altstadt mit dem Stadtteil Neuenheim am Nordufer des Neckars und ist heute ausschließlich für Fußgänger und Radfahrer da.
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Bauzeit | 1786 bis 1788 |
| Baumeister | Mathias Mayer |
| Länge | rund 200 Meter |
| Breite | etwa 7 Meter |
| Bögen | neun Gewölbe |
| Material | Bruchsteinmauerwerk mit Verkleidung aus rotem Sandstein |
| Wiedereröffnung nach dem Krieg | 26. Juli 1947 |
Quelle für die Daten: Fachliteratur zur Brückengeschichte, zusammengefasst im Wikipedia-Artikel zur Alten Brücke.
Alte Brücke Heidelberg: die Geschichte
An dieser Stelle über den Neckar führten schon im Mittelalter Brücken, meist aus Holz auf steinernen Pfeilern. Fast alle hatten ein kurzes Leben: Eisgang und Hochwasser zerstörten sie unter anderem in den Jahren 1288, 1308, 1340 und 1470. Eine Brücke sprengten französische Truppen 1689, die nächste, 1708 errichtete Brücke, riss der Eisgang im Februar 1784 mit.
Danach entschied Kurfürst Karl Theodor, die Brücke diesmal ganz aus Stein bauen zu lassen. 1786 begann der Bau, 1788 war die Brücke fertig. Bezahlt hat sie zum großen Teil die Stadt Heidelberg selbst.
Im Zweiten Weltkrieg kam der Einschnitt: Am 29. März 1945 sprengten Pioniere der Wehrmacht zwei Pfeiler, drei Bögen stürzten in den Neckar. Militärisch war das sinnlos, schon am nächsten Tag rückten amerikanische Truppen ein. Die Heidelberger sammelten Spenden für den Wiederaufbau, im Juli 1947 wurde die Brücke wieder eröffnet. Bis heute ist sie eines der Wahrzeichen der Stadt.
Die Statuen von Karl Theodor und Minerva
Foto: Flocci Nivis, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons
Auf den Pfeilern stehen zwei Figuren des Bildhauers Franz Conrad Linck: an der Altstadtseite Kurfürst Karl Theodor (1788), zum Neuenheimer Ufer hin die römische Göttin Minerva (1790). Die Originale sind heute im Kurpfälzischen Museum, auf der Brücke stehen Kopien. Wenn dich die Originale interessieren, lohnt ein Blick auf unsere Seite zu den Museen in Heidelberg.
Das Brückentor Heidelberg
Foto: Txllxt TxllxT, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Das Brückentor mit seinen beiden weißen Türmen mit den barocken Hauben ist das Bild, das viele mit Heidelberg verbinden. Die Türme sind 28 Meter hoch und stammen im Kern aus dem Mittelalter, sie gehörten im 15. Jahrhundert zur Stadtmauer. Im westlichen Turm, dem früheren Schuldturm, liegen drei niedrige Kerkerräume, in denen einst Schuldner und kleine Verbrecher einsaßen.
Durch das Tor gehst du von der Steingasse auf die Brücke. Genau dort, wo der Durchgang beginnt, sitzt der Brückenaffe.
Die besten Fotospots an der Alten Brücke
Foto: Adrian Eißler, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Die Alte Brücke ist ein Motiv, das je nach Standort völlig anders wirkt. Diese Perspektiven lohnen sich:
- Neuenheimer Ufer (Nordseite): Vom Uferweg westlich der Brücke hast du Brücke, Brückentor, Heiliggeistkirche und Schloss in einem Bild. Am besten am späten Nachmittag, wenn die Sonne von Westen auf die Altstadt fällt.
- Schlangenweg: Der Zickzackweg führt direkt gegenüber der Brücke den Hang hinauf. Schon nach wenigen Kehren blickst du von oben auf die Bögen und das Tor.
- Philosophenweg: Noch höher, am Philosophenweg, siehst du die Brücke als Teil des ganzen Altstadtpanoramas. Der Klassiker zum Sonnenuntergang.
- Mitte der Brücke: Mit Blick nach Süden rahmt das Brückentor das Schloss am Hang ein. Ein Weitwinkel hilft.
- Theodor-Heuss-Brücke und Neckarwiese: Von Westen aus wirkt die Alte Brücke mit dem Schloss im Hintergrund besonders klein und malerisch.
- Vom Schloss: Von der Schlossterrasse schaust du hinunter auf Altstadtdächer und Brücke.
Tipp für leere Bilder: Früh am Morgen, vor 8 Uhr, ist die Brücke fast menschenleer. Tagsüber und am Wochenende drängen sich vor allem rund um den Affen viele Besucher. Abends ist die Brücke beleuchtet und wirkt im blauen Licht nach Sonnenuntergang besonders stimmungsvoll.
So verbindest du die Alte Brücke mit anderen Sehenswürdigkeiten
Die Brücke ist ein natürlicher Knotenpunkt. Von hier aus erreichst du zu Fuß:
- Marktplatz und Heiliggeistkirche: 3 bis 5 Minuten über die Steingasse.
- Schlangenweg und Philosophenweg: über die Brücke, dann gleich links in den Schlangenweg, etwa 20 bis 30 Minuten bis zum Philosophengärtchen.
- Kornmarkt und Bergbahn: etwa 5 Minuten. Von dort fährt die Bergbahn zum Schloss und hinauf zum Königstuhl.
- Neckarufer: Treppen führen auf beiden Seiten hinunter ans Wasser.
Welche Highlights du rund um die Brücke an einem Tag schaffst, zeigt unsere Route Heidelberg an 1 Tag. Einen Überblick über alle Ziele bekommst du auf der Startseite zu den Sehenswürdigkeiten in Heidelberg.
Führungen rund um dieses Ziel
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Was bedeutet der Brückenaffe in Heidelberg?
Der bronzene Affe hält dir einen Spiegel vor. Er soll daran erinnern, dass niemand besser ist als der andere: Wer den Affen begafft, sieht im Spiegel sich selbst. Das Motiv geht auf einen Affen zurück, der ab dem frühen 17. Jahrhundert als Relief am alten Brückenturm hing.
Was bringt es, den Brückenaffen anzufassen?
Eine verbreitete Überlieferung sagt: Wer den Spiegel berührt, wird wohlhabend, wer die Finger berührt, kehrt nach Heidelberg zurück, und wer die Mäuse neben dem Affen streichelt, wird mit Kindersegen bedacht. Das ist Folklore, macht aber Spaß, wie die blank polierten Stellen zeigen.
Wo genau steht der Brückenaffe?
Am Südende der Alten Brücke, auf der Altstadtseite, direkt neben dem Brückentor. Du erreichst ihn vom Marktplatz in wenigen Minuten über die Steingasse.
Wann wurde die Alte Brücke gebaut?
Die heutige Karl-Theodor-Brücke entstand zwischen 1786 und 1788 aus rotem Sandstein. Sie ist der Nachfolger mehrerer Holzbrücken, die Eisgang und Hochwasser zerstört hatten. 1945 sprengte die Wehrmacht zwei Pfeiler, 1947 war die Brücke wieder aufgebaut.
Wie lang ist die Alte Brücke in Heidelberg?
Die Alte Brücke ist rund 200 Meter lang und etwa 7 Meter breit. Sie überspannt den Neckar mit neun Bögen und verbindet die Altstadt mit dem Stadtteil Neuenheim. Zu Fuß bist du in drei bis vier Minuten auf der anderen Seite.
Ist die Alte Brücke kostenlos?
Ja. Die Brücke ist ein Fußgängerweg und jederzeit frei zugänglich, auch nachts. Auch der Brückenaffe kostet nichts.